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Sonntag, 21. Dezember 2014

Ach du liebe Zeit...

 

SPURWECHSEL

(Changing Lanes, USA 2002)

 


Genre: Gesellschaftsdrama
Regie: Roger Michell
Darsteller: Samuel L. Jackson, Ben Affleck, Toni Collette, Sydney Pollack
Musik: David Arnold
Laufzeit: 99 Min.
Altersfreigabe: 12
Themen: 
Zeit, Egoismus, Hass, Vergeltung, Erkenntnis, Vergebung


Na toll... Und jetzt?
Ein weiterer dieser Filme, welche durch einen hochgeschraubten Trailer falsche und irritierende Vorstellungen der Handlungsabläufe vermitteln und schliesslich den Zuschauer enttäuscht im Sitz zurücklassen. Ein weiterer Film unter vielen, der zu Unrecht in der grossen Menge flöten ging. Wohlverstanden, ein Meisterwerk ist „Spurwechsel“ nicht, erhebt auch nicht den Anspruch eines zu sein. Doch als Genre-Perle dürfte er ohne weiteres herhalten. Dafür spricht bereits die Ausgangslage der Geschichte ganz klar für sich:

Zwei Männer stehen sich auf der Autobahn gegenüber; beide steigen aus ihrem Wagen und können den unglücklichen Zusammenstoss mit ihren Autos nicht fassen. Beide haben ihre dringenden Termine und können es sich nicht leisten, diesen zu verpassen. Alles geht rasant und flüchtig vor sich; ein kurzer, unpersönlicher und oberflächlicher Wortwechsel und die Sache scheint geritzt. Doch als beide schliesslich an ihrem Zielort erscheinen, stellen sie mit Schrecken fest, dass sie die Aktenkoffer vertauscht haben...

Eure Ehren, keine Ahnung, wie dies passieren konnte!
„Spurwechsel“ fängt dort an, wo es in der modernen Gesellschaft nicht anders sein könnte: Oberflächlichkeit, Egoismus und Zeitmangel entfachen in zwei Männern ein Feuer des Zorns, welches die unschönen Seiten des Menschenseins zeigt. Mal subtil und ein andermal ungestüm, liefern sich zwei komplett unterschiedliche Männer einem Duell aus, welches eigentlich weder Gewinner noch Verlierer hervorbringen kann.

Packend inszeniert und hervorragend gespielt von Samuel L. Jackson und Ben Affleck führt „Spurwechsel“ den Zuschauer in die Abgründe von Hass, Vergeltung und Egoismus und lässt ihn mit ansehen, wie weit ein Mensch gehen kann, um auf seinem Recht bestehen zu können: nach und nach schwinden gute Werte dahin und das Gewissen stumpft ab. Ein Ende dieser Absurdität kann nur durch einen „Spurwechsel“ erfolgen. Was dies konkret heisst, muss jeder Zuschauer selbst herausfinden.

Geben Sie mir sofort meine Zeit zurück!
Wer hier aber einen gewissen Realismus erwartet, dem sei vorbeugend gesagt, dass die überzogenen Situationen absichtlich so bestärkt sind, um auf eine eindrückliche und eindringliche Weise die verschiedenen Motive hervorzuheben. Somit erreicht der Film das Ziel seiner Wirkung: „Spurwechsel“ provoziert, reisst mit, empört, ist voller Verwicklungen und Wendungen und gipfelt in einem überzeugenden Ende.

Wer also eine Vorliebe für Gesellschaftskritik in ihrer einfachen und alltäglichen Form hat, dem sei „Spurwechsel“ wärmstens empfohlen!

Punkte: 8 / 10

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