Aus einer Sammlung von:
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Freitag, 5. Dezember 2014

Dreschen und Knüppeln

 

FREAKINGS

Gladiator 

(Metal, Thrash Metal)


Thrash Metal ist eines dieser Subgenres, welches in Reinkultur heute kaum noch vorzufinden ist. Entweder trifft man auf eine erweiterte, oft mit Death Metal verschwägerte Form, die rhythmischere Variante des Groove Metal oder man hört vereinzelt Fetzen davon in Heavy bzw. Power Metal Bands. Das schlichte und ungehobelte Gedresche, welches man stilbildend z.B. auf den ersten drei Studioalben von Slayer hört, ist trotz einer neuen Welle des sogenannten Neo Thrash etwas aus der Mode geraten.

Den drei Herren von FreaKings aus Basel ist das eigentlich völlig Schnuppe, denn sie holzen mit ihrem zweiten Album "Gladiator" einen ganzen Wald kahl. Wies das Debut "No Way Out" vereinzelt noch Death Metal Elemente der alten Schule auf und erinnerte der Sound vor allem an ihre grossen Vorbilder Deliverance, Vengeance Rising oder Mortification, so hat man sich für die zweite Scheibe ein bisschen umorientiert: Die Handbremse ist komplett gelöst, es wird geknüppelt, was das Zeug hält und gefräst, dass die Späne nur noch so herumfliegen. Auch stimmlich hat man sich dem neuen Sound angepasst und schreit sich in bester Lemmy-Manier die Seele vom Leib.


"Gladiator" ist in der Tat "Pure freakin' Thrash Metal" der Alten Schule, ohne Kompromisse. Elf Stücke, die von der Technik her nicht selten an die besten Tage von Slayers "Hell Awaits" oder "Reign in Blood" (Jaja, ich weiss, das ist Sakrileg...) erinnern, auch wenn sie verständlicherweise deren Klasse natürlich nie erreichen. Trotzdem ist FreaKings' musikalische Entwicklung lobenswert, da man nicht verkrampft versucht, nach irgendwelchen Vorbildern zu klingen, vielmehr die Mucke spielt, die wirklich Spass macht. Und handwerklich können sich die Jungs absolut hören lassen!

So ist das Album lückenlos wie aus einem Holz geschnitzt, nichts aufgepfropft, angebunden oder angeklebt. Dies mag den Thrash Maniac zwar total begeistern, klingt aber für den allgemeinen Metaller mit der Zeit dann doch etwas zu monoton. So lassen sich selbst nach mehreren Durchläufen kaum grosse Unterschiede von einem Song zum andern feststellen. Man wird, um nochmals die Analogie zum Holz zu gebrauchen, praktisch rastlos durch den Wald gehetzt. Wer sich also im Headbanging in Ausdauer üben möchte, der wird in "Gladiator" seinen Meister finden.

Unter dem Strich ein solides Album, welches das Debut in allen Belangen hinter sich lässt und sich damit grossen Respekt in der Thrash Metal Szene - und zwar nicht nur in der Schweiz - einheimsen sollte. Verdient hätten es die Herren allemal.

Punkte: 8 / 10

 Credits: www.freakings.ch (Eigenproduktion)

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