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Donnerstag, 4. September 2014

Prince of Egypt metalized

SIGNUM REGIS

Exodus

(Metal, Power Metal, Melodic Metal)


Mit "Exodus" präsentieren die Slowaken Signum Regis bereits ihr drittes Album. Waren die beiden Vorgängeralben fast ausschliesslich nur dem Insider der Metalszene ein Begriff, könnte sich dies mit ihrem neuesten Werk ändern. Nicht dass die ersten beiden Alben keine Erwähnung verdient hätten - im Gegenteil! Bereits dort wurde melodischer Stahl mit unverkennbaren klassischen Einflüssen geboten und mit Göran Edman hatte man einen Mann am Mikro, der Ende 80er bzw. Anfang 90er mit Leuten wie John Norum (Europe) oder Yngwie Malmsteen zusammenarbeitete. Wer die Scheiben noch nicht kennt, sollte ruhig mal ein Ohr riskieren. Dass die Alben nämlich nicht bekannter sind, lässt sich meines Erachtens nur durch die mangelnde Promotion erklären, welche in der heutigen Zeit schwierig wird, wenn man nicht unter einem grossen Label unter Vertrag steht. Aber genug der Hintergrundinfos.

"Exodus" knüpft genau dort an, wo man zuletzt aufgehört hatte: eingängiger, melodischer und neoklassischer Metal, vereinzelt mit progressiven Ansätzen. Und wie der Titel es bereits verrät, handelt es sich um ein Konzeptalbum: Der Auszug von Israel aus Ägypten. So quasi ein "Prince of Egypt" in metallischer Form? Könnte man durchaus so umschreiben, ja. Denn die Songs sind nicht nur thematsich, sondern auch musikalisch optimal auf die jeweilige Episode abgestimmt und geben die Stimmungen eindrücklich wieder.

Bereits beim akustischen Intro wird man in die Geschichte entführt. Wenn man sich darauf einlässt, wird man mit einem musikalischen Feuerwerk bedient, welchem man die kompositorische Vielfalt unverkennbar anmerkt. Wie bereits auf den Vorgängern wurde Göran Edman verpflichtet, allerdings neben einer Reihe von anderen hochkarätigen Sängern wie Mike Vescera (u.a. Obsession, Loudness), Thomas L. Winkler (Emerald, Gloryhammer) oder Matt Smith (Theocracy). Es wurde dabei darauf geachtet, dass jeder Sänger und die Sängerin Daisa Munhoz (Vandroya) bei den jeweiligen Stücken ihren stimmlichen Charakteristiken entsprechend eingesetzt werden.


Einzelne Stücke hervor zu heben hiesse, sie aus dem Konzept zu reissen. Ein Album, welches eine Geschichte erzählt, ist wie ein Musical - man sollte es als Ganzes anhören. Signum Regis haben sich damit zwar einiges vorgenommen, es aber gekonnt und technisch einwandfrei umgesetzt: da sind nicht nur Musiker am Werk, welche ihre Instrumente beherrschen, sondern es auch mit sehr viel Spielfreude und Leidenschaft tun. Wer sich als Kostproben "The Promised Land", "Wrath of Pharaoh" oder "The Ten Plagues" anhört, der braucht keine weiteren Überzeugungskünste.

Alles in allem ein wirklich gelungenes Werk, welches sich vom üblichen 08/15 Euro Power Metal abhebt und bedenkelos zu den erfreulichen und überdurchschnittlichen Veröffentlichungen - zumindest was melodischen Metal betrifft - gehört.

Fazit: Geheimtipp!

Punkte: 9 / 10

 Credits: Ulterium Records 2013

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