Aus einer Sammlung von:
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Freitag, 7. November 2014

Glam, Hairspray & Rock'n'Roll


BRITNY FOX

Boys in Heat

(Hardrock / Metal, Hair/Glam Metal)


Ja, die glorreichen 80er, die Ära der schrillen Mode und Hairsprayfrisuren. Ein Jahrzehnt von unzähligen Radiohits aus der Pop-, Rock- und ja, der Hardrock und Heavy Metal-Szene. Heute kaum mehr vorstellbar, aber während dieser Zeit war die härteste Musik der Welt auf dem kommerziellen Höhepunkt und weltweit die beliebteste und angesagteste Mucke! Vieles geht dabei auch auf MTV zurück, ein Musiksender, welcher dem harten Rock sehr viel Airplay schenkte. Und auch wenn man rückblickend die Kommerzialisierung des musikalischen Stahls als Strick um den eigenen Hals deklarieren muss, der irgendwann einmal gnadenlos zugeschnürt wurde und die Szene ersticken liess, so hinterlässt diese Dekade zeitlose Hits von Bands, über die man heute - zumindest über ihr Äusseres - auch mal herzhaft schmunzeln kann.

Ein bisschen Ratt, etwas Mötley Crüe, und eine gehörige Portion AC/DC und Cinderella - das sind die Hauptkomponente von Britny Fox. Ist schon erstaunlich, dass eine Band auf dem Höhepunkt bzw. dem Ende der Hair / Glam Metal-Ära ein derartiges Plagiat unter die Leute mischt, wo der Markt zu dieser Zeit von diesem Stoff total überflutet ist. Aber das Erstaunliche ist, dass es funkt! Klar, an allen Ecken und Enden wird grosszügig von den Genrekollegen kopiert - und dies nicht selten unverhohlen - aber so rotzfrech und endgeil klang selten ein Hair / Glam Metalalbum! Sogar das Nazareth-Cover "Hair of the Dog" kann man als durchaus gelungen bezeichnen. Und auch die für die damalige Zeit obligaten balladesken Töne wirken weder künstlich, noch aufgesetzt. Es ist wie aus einem Guss.


Dass die Herren nicht einfach nur gute Studioalben produzieren konnten, sondern sich auch Live als Abräumer erwiesen, zeigten sie eindrucksvoll auf der Europatour 1989, als sie zusammen mit Great White jeweils für Alice Cooper als Vorband eröffneten.

Und wenn man nach 25 Jahren immer noch bekennen muss, dass das Teil erfrischend rockt, dann kratzt "Boys in Heat" halt eben doch am Klassikerstatus. Plagiat hin, mangelnde Originalität her - so viel Spielfreude und gute Laune machen für mich "Boys in Heat" ohne zu zögern zu den Top-Alben der Glitzerstahl-Szene.

Punkte: 9 / 10

Credits: CBS Records Inc. / Columbia Records 1989

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