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Sonntag, 6. Juli 2014

Monumentale Filmgeschichte

BEN HUR

Originaltitel: Ben-Hur (USA 1959)

 


Genre: Drama, Historienabenteuer, Romanverfilmung
Regie: William Wyler
Darsteller: Chalton Heston, Jack Hawkins, Stephen Boyd, Haya Harareet, Hugh Griffith, Martha Scott, Sam Jaffe
Musik: Miklos Rozsa
Laufzeit: 213 Min.
Altersfreigabe: 16
Themen: 
Rache, Hass, Vergeltung, Erlösung, Vergebung, Versöhnung


Wie soll man einen Film beschreiben, der einem vom ersten Augenblick an in seinen Bann zieht und mehr noch: der im eigenen Leben grundlegende Veränderungen auslöst? So ist es nicht nur mir mit der ersten „Ben-Hur“-Begegnung, die eher zufällig geschah, ergangen. Romanautor General Lew Wallace erlebte es auf seine Weise ähnlich:
"Eines Tages hatte Wallace ein Gespräch mit einem Stabsoffizier, der sich über Gott, Glauben und Christen lustig machte und darüber spottete. Wallace, der damals noch nicht gläubig war, kam ins Nachdenken und entschloss sich, alles, was mit der Bibel, Jesus Christus und dem Glauben zu tun hatte, ausgiebig zu erforschen.
Später schrieb Wallace, dass seine Begegnung mit dem spöttelnden Colonel zwei Folgen hatte: Zum einen das Buch "Ben Hur", das 1880 veröffentlicht wurde, zum anderen seine Hinwendung zu Gott und Jesus Christus." (Quelle: Wikipedia)

Seit Kindheitstagen Freunde: Messala und Judah Ben Hur
„Ben-Hur“, seit seiner Veröffentlichung 1880 ein Bestseller, gilt als Prototyp des historischen Romans und wurde nach Wallaces Tod 1905 zum regelrechten Theaterstoff, bis er 1926 sogar den Weg auf die Leinwand fand. Erst die farbige Neufassung von 1959 verdrängte den Stummfilm, der als Meilenstein in der Entwicklung der Leinwandkunst geblieben ist.
Der Produktionsaufwand, den man für die Neuverfilmung von „Ben-Hur“ aufbrachte, war für damalige Verhältnisse nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes „monumental“, sondern drohte das Studio MGM in den völligen Ruin zu stürzen. Aber es kam bekanntlich anders: „Ben-Hur“ schrieb als Meilenstein des Monumentalfilms und als erster Rekordhalter von 11 Oscars (erst 1997 von „Titanic“ und 2003 von „Die Rückkehr des Königs“ egalisiert) Filmgeschichte.

Inhaltlich verbindet „Ben-Hur“ eigentlich zwei Geschichten: Als Grundlage dient die turbulente Epoche der heidnisch-römischen Weltherrschaft, die am Rande jener Zeitwende steht, die die Menschheit nachhaltig beeinflusste – Christi Geburt und der Weg nach Golgatha.
Während dieser Zeit lebt Judah Ben-Hur (Charlton Heston), der als jüdischer Prinz Ansehen geniesst. Sein römischer Jugendfreund Messala (Stephen Boyd) ist, trotz der Verfeindung der beiden Völker, ein guter Freund der Familie. Doch die Freundschaft erlebt eine jähe Wende, als bei einem römischen Truppenauflauf sich ein Ziegel von Hurs Haus löst, den römischen Stadthalter trifft und dies irrtümlicherweise als Attentat aufgefasst wird. Judahs Mutter Miriam und Schwester Tirza werden ins Gefängnis geworfen und er selbst wird in Ketten auf die Galeere verbannt. Auf dem Weg dorthin gelangt er mitsamt anderen Deportierten zu einem kleinen Dorf, wo er in seinem Elend eine Begegnung macht, die sein Leben entscheidend prägen sollte: Ein Zimmermann gibt ihm Wasser, wo es ihm vorher gerade noch verweigert wurde. Die beiden Geschichten treffen zum ersten Mal aufeinander...

Eine Begegnung, die Judahs Leben verändert

Mit 50 Jahren auf dem Buckel merkt man „Ben-Hur“ das technische Alter an – das lässt sich nicht wegdiskutieren. Hingegen braucht er sich qualitativ mit der neu überarbeiteten Version (erhältlich als DVD oder Blu-ray, inkl. Stummfilmversion von 1925) absolut nicht hinter moderneren Monumentalfilmen zu verstecken. Wer die Möglichkeit hat, den Film auf Grossbild zu erleben, der sollte auf keinen Fall zögern – denn nur so entfaltet er seine bildgewaltige und emotionale Wucht optimal! Mit knapp vier Stunden Laufzeit erfordert er zwar nicht nur etwas Sitzleder, sondern auch die Geduld, sich einer ruhigen Erzählstruktur und einem langsam sich aufbauenden Spannungsbogen hinzugeben. Wer dies entgegenbringt, der wird mit unvergesslichem Kino belohnt, welches durch herrliche Schauplätze, grossartig orchestralischer Musik und einer einzigartig expressiven Dramaturgie die Zeit für einen Moment stehen zu lassen vermag.

Ein Szenario schreibt Filmgeschichte: Das legendäre Wagenrennen
Bleibt mir nur noch wiederzugeben, was ein renommierter Filmkritiker der „New York Times“ schrieb: „Ein überragendes, strahlendes Drama, das alle Grenzen üblicher Spektakel überwindet.“


Punkte: 10 / 10

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