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Montag, 2. März 2015

Wenn AC/DC-Jünger richtig zu Werke gehen...


DYNAMITE 

Lock n Load 

(Rock, Blues Rock, Hardrock) 


Jeder kennt sie, die Stromjungs aus Australien AC/DC, eine der einflussreichsten und erfolgreichsten Acts in der Rockgeschichte. Und obwohl es mittlerweile unzählige Coverbands davon gibt und sich immer wieder die einen und anderen an den simplen bluesigen Hardrock herantasten, schaffte es in der Neuzeit bisher einzig Airbourne, nicht nur in deren Fusstapfen zu treten, sondern auch damit erfolgreich zu sein. Und während Airbourne, wie auch frühere mit AC/DC vergleichbare Bands wie Krokus, Def Leppard oder Cinderella ihren eigenen Stil entwickelt haben, setzen Dynamite aus Schweden am Grundgerüst der Stromjungs, will heissen der Ära von Bon Scott an. So klingt Sänger Mattis nicht nur zum Verwechseln ähnlich wie der gute Bon, auch generell klingt ihr Debut durchweg als wäre es direkt aus deren Zeit.

Ok, eigentlich ist es schon rotzfrech, wie sich die vier jungen Herren (Band wurde erst 2012 gegründet!) massenhaft an bekannten Riffs ihrer Paten bedienen, diese ein bisschen abändern und anders kombiniert in 11 Stücke verarbeiten. Aber mal ganz ehrlich: tun dies AC/DC nicht schon lange? Egal wie man zu dieser Tatsache steht, eines muss man "Lock n Load" lassen: das Teil rockt! So ziehen "Bullseye", "Stone Heart Rebel" und der Titeltrack schon mal selbst dem ältesten Rocker die Schuhe aus, bevor man spätestens bei "Work hard for the Money" zusätzlich noch aus den Socken gehauen wird. So frisch, unbekümmert und fadengerade haben sogar AC/DC auf einigen ihrer Alben nicht mehr geklungen. Und das Rezept ändert sich auch bei den nachfolgenden Tracks nicht. Einzig das total bluesige "Streefighting Blues" und das rassige, abschliessende "Dynamite" sprengen den üblichen Rhythmusrahmen etwas. Doch auch hier bewegt man sich nach wie vor komplett im Gefilde der frühen AC/DC.


Was soll man nun davon halten? Billige und unnötige Kopie? Berechtigte Unterstellungen. Aber so simpel es klingen mag AC/DC zu kopieren, so vergisst man womöglich, dass gerade darin die Schwierigkeit liegt, es kurz, knackig und prägnant auf den Punkt zu bringen. Und hier haben Dynamite nunmal ganze Arbeit geleistet. Kopie hin, Abklatsch her - "Lock n Load" wird AC/DC-Fans der Spät70er verblüffen und erfreuen und allgemein Sympathisanten von Blues Rock mit Hardrock-Einschlag begeistern. Mehr braucht man zu diesem Album nicht zu sagen. Einfach Disc einlegen, aufdrehen und geniessen.

Punkte: 8 / 10

 Credits: Denomination Records 2013

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