Aus einer Sammlung von:
- Aktuelle, sowie vergessene musikalische Perlen aus der Welt des Rock und Heavy Metal
- Lohnenswerte Filme
- Gedanken aus aktuellem Anlass

Montag, 16. Februar 2015

Das Überleben der echten Musik



Nein, ich bin selber kein Musiker; zumindest nicht einer, der intensiv daran arbeitet, um mit Musik sich selbst auszudrücken und davon leben zu können. Aber ich bin jemand, der schon früh von Musik und Kunst im allgemeinen fasziniert war. Zwar liessen es diverse Umstände in meinem Leben nicht zu, mich darin zu entfalten und ausbilden zu lassen (und das ist eine lange, ganz eigene Geschichte...), doch im Laufe der Jahre konnte ich vermehrt hinter die Kulissen von Musikern blicken und habe dabei eine regelrechte Empathie dafür entwickelt.

"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum" (Friedrich Nietzsche) oder "Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist" (Victor Hugo) sind zwei von zig anderen Zitaten, welche ausdrücken, wie wichtig Musik für uns Menschen ist. Egal in welcher Lebenslage man sich gerade befindet, Musik kann etwas verstärken, verändern oder gar heilen.

Und dennoch hat sich im Musikbusiness seit der Digitalisierung und dem daraus entwickelten Downloadkonsum etwas grundlegend verändert. Der Verkauf von physischen Tonträgern wie CDs ist massiv zurückgegangen. Durch den Overkill an Neuveröffentlichungen ist es angenehmer, ein einzelnes Stück herunterzuladen (ob kostenpflichtig oder nicht), statt eine ganze Scheibe zu erwerben. Irgendwie verständlich. Vom Musiker bzw. Künstler kriegt man höchstens noch das Gesicht im Netz oder bestenfalls in einem Clip auf Youtube mit. Musik ist - wie vieles andere auch - mittlerweile zum Konsum geworden, der einerseits unverzichtbar ist, für den man aber andererseits möglichst nichts ausgeben will.

Die Folge ist, dass immer mehr Musiker (und ich meine richtige Musiker, nicht Businesspüppchen, die heute einen grossen Hit landen und morgen wieder vergessen sind) in ihrem Schaffen immer weniger die Lorbeeren und den Lohn kriegen, der ihnen eigentlich zustünde. Klar, Musik und Kunst im allgemeinen lässt sich schlecht am Aufwand messen, da schliesslich alles im Auge und Ohr des Konsumenten liegt. Deshalb ist die Musikindustrie eiskalt darauf ausgerichtet, möglichst viel Umsatz und Gewinn einzubringen - egal welche Stilrichtung man spielt. Dies ist wiederum eine Frage des Trends. Falls man also immer mit der neusten Welle mitreitet, muss man sich um die Zukunft der Musikindustrie keine Sorgen machen, die wird immer Mittel und Wege finden, dem Konsumenten die Geldscheine aus der Tasche zu entlocken.


Problematisch wird's erst dann, wenn man sich einem Randgenre wie bestimmte Richtungen des Rock, Blues, Jazz, Folk, Punk oder Metal verschrieben hat - also Musik, die per se existiert und nicht ein Produkt der nächsten angesagten Strömung ist; das heisst, wenn Musiker diejenige Musik machen, die sie wirklich spielen wollen und mit der sie sich am besten ausdrücken können. Hier ist es für unzählige Bands und Musiker zum Überleben, statt Davon-Leben geworden. Gerade unpopuläre Sparten der eher harten Rockmusik überleben aufgrund ihrer treuen Fans. Hier findet eine gegenseitige Annäherung statt, die schon fast eine gewisse Intimität hat. Das heisst, dass sich Musiker nicht zu schade sind, sich auf die Ebene des Bodenpersonals herunter zu lassen. Ihnen ist klar, dass sie ihr grösstes Kapital sind und nicht irgendwelche Firmen, Labels oder Institutionen, die zwar mit Moneten viel ermöglichen, aber niemals auf Dauer ein Herz oder Treue erkaufen können.

Was dies konkret heisst? Nun, jede Entwicklung und Erneuerung eröffnet neue Wege und Chancen, Musik unabhängig von Radio und MTV zu verbreiten und an den Verbraucher zu bringen. Die Frage ist nur, was man daraus macht. Wer nämlich z.B. eine talentierte, noch unbekannte Band am Leben erhalten will, der tut ihr damit den grössten Gefallen, wenn es nicht beim Gratis-Download, einer Raubkopie oder beim Youtube-Clip bleibt. Duzende, ja hunderte von investierten Stunden, Schweiss und Herzblut haben mehr verdient. Wenn es unser Herz berührt erst recht...

In anderen Worten: Konsumierst du noch oder unterstützt du schon?

Kommentare:

  1. Sehr gutes Thema, interessant und vielseitig. Und in der Tendenz natürlich richtig, weil für die breite Masse Musik tatsächlich nur ein Konsumgut ist. Meine Erfahrung ist, je mehr man echter Musikfreak ist, desto mehr weiß man den künstlerischen Wert auch in finanzieller Wertschätzung zu leisten. CDs von kleinen Bands z.B. direkt bei der Band auf dem Konzert kaufen. Tolle Sache ebenso: Crowdfunding. Ich liebe das, vor allem im Bezug auf Musik. Die Band kriegt mein Geld, ich die Musik. Und diejenigen, die sich nur bereichern wollen, werden tendenziell ausgeschaltet.....

    AntwortenLöschen
  2. Danke fürs Feedback!
    Ja, es gibt wirklich gute Möglichkeiten Musik direkt zu unterstützen. Denke, dass dies in Zukunft zunehmen wird und vor allem härtere Rockmusik und allgemein Randgenres im Underground weiterxistieren werden.

    AntwortenLöschen